Pressemitteilung
Mehr Partizipation wagen
Das Konzept für ein „Haus der Demokratie“ erfordert demokratische Beteiligung von Anfang an.
Ehemaliges Gauhaus Nürnberg, Foto: Aarp65, Wikimedia Commons, 2010
Der Umgang mit einem Haus, in dem Geschichte geschrieben wurde, erfordert verantwortungsvollen Umgang und bietet die Chance, Demokratie erlebbar zu machen. Es geht um die ehemalige NS-Parteizentrale des „Frankenführers“ und Herausgebers des antisemitischen Hetzblattes „Der Stürmer“ Julius Streicher am Willy-Brandt-Platz. Später war dort 80 Jahre lang der Hauptsitz des Verlags Nürnberger Presse, der immer noch der Eigentümer des Gebäudes ist, aber letztes Jahr auszog.
In der Stadtratssitzung am 25. Februar 2026 soll die Verwaltung beauftragt werden, den Erarbeitungsprozess für ein Konzept für ein „Haus der Demokratie“ durchzuführen. Dazu wurde das geplante Vorgehen in der Stadtratsvorlage erläutert. ÖDP-Stadträtin Inga Hager merkt dazu an: „ein Haus der Demokratie erfordert demokratische Prozesse von Anfang an. Das bedeutet, dass es wichtig ist, alle Menschen zur Beteiligung aufzufordern und zu ermutigen. Gerade jetzt, wo Parteien erstarken, die unsere Demokratie verächtlich machen und abschaffen wollen, müssen wir aufzeigen, dass alle sich einbringen können und Selbstwirksamkeit erleben“.
Gemeinsam mit ihren Stadtratskolleginnen Alexandra Thiele (Die Guten) und Marion Padua (Linke Liste) stellte Inga Hager daher einen Antrag. Die Verwaltung soll noch Vorschläge erarbeiten, wie es gelingen kann, von Anfang an alle Bürgerinnen und Bürger, insbesondere auch Schülerinnen und Schüler, sowie eher partizipationsferne, marginalisierte und zugewanderte Menschen niedrigschwellig am Erarbeitungsprozess zu beteiligen. „Wenn das Konzept allein von Experten erarbeitet wird, und seien sie auch noch so international und renommiert, riskieren wir, dass sich Menschen ausgeschlossen und von Eliten bestimmt fühlen. Das würde demokratiefeindliche Kräfte stärken. Wir möchten dagegen erreichen, dass der Wert der Demokratie durch Einbindung von Anfang an spürbar wird“ erläutert Inga Hager.
