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Ideen zum Konzept einer urbanen Landesgartenschau

Freiräume zurückerobern - Ökologie aufwerten - Biodiversität stärken - Verkehrsdominanz reduzieren

Der Nürnberger Stadtrat hat mit voller Zustimmung der ÖDP-Stadtratsgruppe beschlossen, eine Interessensbekundung für die Ausrichtung der Landesgartenschau (LGS) 2030 in Nürnberg abzugeben. Insbesondere die Erweiterung der vorgesehenen Flächen über den Stadtgraben hinaus auf Plätze innerhalb der Altstadt und in angrenzenden Stadtteilen bietet erhebliche Entwicklungspotentiale.

„Unseres Erachtens leistet ein entsprechend gestaltetes Bewerbungskonzept einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zu einem auf Nachhaltigkeit bedachten Umbau der innerstädtischen Flächen, der auch ohne diese Bewerbung und die bei erfolgreicher Bewerbung zu erwartenden Zuschüsse finanziert werden müsste“ betont die Umweltpolitische Sprecherin Inga Hager.

Für das nun zu erarbeitende Konzept bringen die beiden ÖDP-Räte folgende Vorschläge ein:

Die Beleuchtung der Gartenschauflächen soll so gestaltet werden, dass sowohl Sicherheitsaspekte, als auch Insektenschutz möglichst gut vereint werden. Um nachtaktive Tiere bestmöglich zu schützen, sind Ratschläge des BUND hilfreich und für neu zu installierende Beleuchtungen umzusetzen Dazu gehören ganz konkrete Aspekte wie zum Beispiel insektenverträgliche Leuchtmittel mit möglichst vielen Rotanteilen im Licht, Gehäuse mit Richtcharakteristik zum Vermeiden unnötiger Lichtemissionen, möglichst niedrige Anbringung, um eine weiträumige Abstrahlung zu vermeiden, vollständig abgeschlossene Lampengehäuse gegen das Eindringen von Insekten und möglichst weitgehende Beschränkung der Leuchtzeiten, zum Beispiel auch durch Bewegungsmelder.

Sollte das Bewerbungskonzept der Stadt Nürnberg für einzelne Bereiche eine Zutrittsbegrenzung und Eintritt vorsehen, so sollen die übrigen und überwiegenden Flächen ohne Eintritt zugänglich gemacht werden. Dadurch haben die Anwohnerinnen und Anwohner die Möglichkeit, den gewohnten Naherholungsraum auch weiterhin unbeschränkt zu nutzen.

Das Konzept der Essbaren Stadt soll in den frei zugänglichen Flächen in erheblichem Umfang umgesetzt werden. Dabei soll die lokale Gruppe „Essbare Stadt“ des Ernährungsrats Nürnberg in diesen Aspekt der Bewerbung von Beginn an eingebunden werden. Stadtbevölkerung wie auch Auswärtige können so während der LGS 2030 die Abfolge von Säen, Pflegen und Ernten mitten in der Stadt intensiv kennen lernen.

Der Verkehrspolitische Sprecher Jan Gehrke weist auf die Notwendigkeit der Verkehrsberuhigung für die Dauer der Landesgartenschau 2030 in Nürnberg hin: „Wir wollen den Altstadtring während des Durchführungszeitraums halbseitig (innere Fahrspuren) für den KFZ-Verkehr sperren und für den Fußgänger- und Radverkehr nutzbar machen – sofern nicht bis zum Jahr 2030 bereits ein Verkehrskonzept beschlossen wurde, das den Altstadtring noch weitergehend vom motorisierten Individualverkehr befreit. Durch diese Maßnahme wird gewährleistet, dass die zahlreichen erwarteten Gäste der LGS 2030 entspannt und sicher nicht nur durch die Gartenschauflächen, sondern auch um die Altstadt herum flanieren können. Das ermöglicht dann auch ungestörte, reizvolle Einblicke von oben in den Stadtgraben selbst bei hohem Besucheraufkommen“.

Die Stadt Ulm hat bereits im Jahr 2018 den Zuschlag für die ebenfalls als urbane Gartenschau geplante Landesgartenschau Baden-Württemberg 2030 erhalten. Die ÖDP-Stadtratsgruppe regt die Verwaltung an, mit der Ulmer Stadtverwaltung zu kooperieren. Die Bewerbung Ulms trug den zukunftsweisenden Titel „NEUE LEBENSRÄUME FÜR KULTUR UND NATUR“, die aktuelle Planung umfasst Stichworte, die auch die Nürnberger Bewerbung befruchten können: „Freiräume zurückerobern“, „Ökologie aufwerten – Biodiversität stärken“ und „Verkehrsdominanz reduzieren“.

Stadtratsantrag vom 4. Oktober 2021

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