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Konzept für die Landesgartenschau-Bewerbung 2030

Der Nürnberger Stadtrat hat mit voller Zustimmung der ÖDP-Stadtratsgruppe beschlossen, eine Interessensbekundung für die Ausrichtung der Landesgartenschau (LGS) 2030 in Nürnberg abzugeben. Insbesondere die Erweiterung der vorgesehenen Flächen über den Stadtgraben hinaus auf Plätze innerhalb der Altstadt und in angrenzenden Stadtteilen bietet erhebliche Entwicklungspotentiale.

Unseres Erachtens leistet ein entsprechend gestaltetes Bewerbungskonzept einen wertvollen Beitrag zum Klimaschutz und zu einem auf Nachhaltigkeit bedachten Umbau der innerstädtischen Flächen, der auch ohne diese Bewerbung und die bei erfolgreicher Bewerbung zu erwartenden Zuschüsse finanziert werden müsste.

Für das nun zu erarbeitende Konzept bringen wir folgende Vorschläge ein:

  1. Die Beleuchtung der Gartenschauflächen wird so gestaltet, dass da, wo sie als erforderlich erachtet wird, Sicherheitsaspekte und Insektenschutz möglichst gut vereint werden.
    Um nachtaktive Tiere bestmöglich zu schützen, orientiert sich die Verwaltung bei neu zu installierenden Beleuchtungen an den Ratschlägen des BUND, wie zum Beispiel:
    • Insektenverträgliche Leuchtmittel mit möglichst vielen Rotanteilen im Licht
    • Gehäuse mit Richtcharakteristik zum Vermeiden unnötiger Lichtemissionen
    • Möglichst niedrige Anbringung, um eine weiträumige Abstrahlung zu vermeiden
    • Vollständig abgeschlossene Lampengehäuse gegen das Eindringen von Insekten
    • Möglichst weitgehende Beschränkung der Leuchtzeiten, zum Beispiel auch durch Bewegungsmelder
  2. Sollte das Bewerbungskonzept der Stadt Nürnberg für einzelne Bereiche eine Zutrittsbegrenzung und Eintritt vorsehen, werden die übrigen und überwiegenden Flächen ohne Eintritt zugänglich gemacht. Dadurch haben die Anwohnerinnen und Anwohner die Möglichkeit, den gewohnten Naherholungsraum auch weiterhin unbeschränkt zu nutzen.
  3. Das Konzept der Essbaren Stadt wird in den frei zugänglichen Flächen in erheblichem Umfang umgesetzt. Die lokale Gruppe „Essbare Stadt“ des Ernährungsrats Nürnberg wird in diesen Aspekt der Bewerbung von Beginn an eingebunden. Stadtbevölkerung wie auch Auswärtige lernen so während der LGS 2030 die Abfolge von Säen, Pflegen und Ernten mitten in der Stadt intensiv kennen.
  4. Das Konzept sieht für die Landesgartenschau 2030 in Nürnberg vor, den Altstadtring während des Durchführungszeitraums halbseitig (innere Fahrspuren) für den KFZ-Verkehr zu sperren und für den Fußgänger- und Radverkehr nutzbar zu machen – sofern nicht bis zum Jahr 2030 bereits ein Verkehrskonzept beschlossen wurde, das den Altstadtring noch weitergehend vom motorisierten Individualverkehr befreit. Durch diese Maßnahme wird gewährleistet, dass die zahlreichen erwarteten Gäste der LGS 2030 entspannt und sicher nicht nur durch die Gartenschauflächen, sondern auch um die Altstadt herum flanieren können. Das ermöglicht dann auch ungestörte, reizvolle Einblicke von oben in den Stadtgraben selbst bei hohem Besucheraufkommen.
  5. Die Verwaltung strebt eine Kooperation mit der Stadt Ulm an, die bereits 2018 den Zuschlag für die ebenfalls als urbane Gartenschau geplante Landesgartenschau Baden-Württemberg 2030 erhalten hat. Die Bewerbung Ulms trug den zukunftsweisenden Titel „NEUE LEBENSRÄUME FÜR KULTUR UND NATUR“, die aktuelle Planung umfasst Stichworte, die auch die Nürnberger Bewerbung befruchten können: „Freiräume zurückerobern“, „Ökologie aufwerten – Biodiversität stärken“ und „Verkehrsdominanz reduzieren“.

Inga Hager, Stadträtin der ÖDP
Jan Gehrke, Stadtrat der ÖDP