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Vegetarischer Donnerstag

Nichts wird die Chance auf ein Überleben auf der Erde so steigern, wie der Schritt zur vegetarischen Ernährung." Albert Einstein Seit der Einführung eines "vegetarischen Donnerstag" 2009 im belgischen Gent haben nun auch in Deutschland bereits 15 Städte dieses Konzept übernommen. Die Idee, an einem Wochentag in städtischen Kantinen und Küchen ausschließlich fleischlose Speisen anzubieten zieht seidem immer weitere Kreise. Hintergrund ist ein nicht zu unterschätzender Beitrag für den Klimaschutz, den Tierschutz aber auch für das Ernährungsbewusstsein der Verbraucher. 2009 berechnete das renommierte WorldWatch-Institut in einer Studie, dass die Tierwirtschaft für 51% der klimaschädlichen Treibhausgase verantwortlich sei. Hinzu kommen riesige Futtermengen, die für die Herstellung von Fleisch und anderen Tierprodukten gebraucht werden. Mittlerweile wird ein Drittel der verfügbaren Landfläche der Erde als Weidefläche genutzt. Bis zu 17 Kalorien Pflanzen werden zur Produktion einer einzigen Kalorie Fleisch benötigt. Die negativen Folgen der industriellen Massentierhaltung sowohl für die Umwelt, als auch für die Qualität unserer Lebensmittel sind bekannt. Die nicht selten katastrophalen Bedingungen widersprechen einer ethisch verantwortbaren Tierhaltung. Die Einführung eines "Vegetarischen Donnerstag" wäre ein kleiner Schritt, um unseren BürgerInnen, den MitarbeiterInnen und den SchülerInnen den Zusammenhang zwischen unserer Ernährung und dem Klimaschutz, aber auch die Bedeutung für die eigene Gesundheit näher zu bringe. Die Deutschen essen durchschnittlich ca. drei mal mehr Fleisch als von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlen wird. Die damit verbundenen Volkskrankheiten Übergewicht, Herzinfarkt und Krebs sind auch in Nürnberg keine Fremdwörter. Würden alle Nürnberger Bürgerinnen und Bürger nur einen Tag pro Woche auf Fleischprodukte verzichten, könnte damit in einem Jahr die CO2-Belastung von ca. 40.000 Autos eingespart werden. Der Vegetarische Donnerstag versteht sich in erster Linie als Angebot und symbolischen Beitrag der Stadt Nürnberg zur Lösung eines komplexen Problems von großer Tragweite. Selbstverständlich obliegt es nach wie vor jeder einzelnen Bürgerin und jedem einzelnen Bürger, welche Konsequenzen sie/er ziehen möchte oder auch nicht. Für die ÖDP stelle ich deshalb folgenden ANTRAG: Der "Vegetarische Donnerstag" wird in Nürnberg wie folgt eingeführt: 1. In den städtischen Kantinen werden jeden Donnerstag jeweils zwei vegetarische Gerichte und ein veganes Gericht als Tagesgericht angeboten. Es wird dabei kein spezielles Fleischgericht angeboten. 2. Die Stadt Nürnberg wirkt darauf hin, dass auch in den Kantinen der Städtischen Werke, der Eigenbetriebe, des NürnbergStifts und der Stiftung Staatstheater ebenfalls der "Vegetarische Donnerstag" eingeführt wird. 3. Die Stadt Nürnberg ersucht auch die für die Mittagsverpflegung an Kindergärten, Horten und Schulen Verantwortlichen, am Donnerstag nur vegetarische Gerichte auszugeben. 4. Am Klinikum Nürnberg werden in den Personalkantinen ebenfalls donnerstags nur vegetarische Mahlzeiten angeboten. Auch das Angebot für die PatientInnen ist dementsprechend auszurichten. Ausnahmen gelten bei entsprechender medizinischen Indikation. 5. Die Stadt Nürnberg informiert die Öffentlichkeit über den Hintergrund des "Vegetarischen Donnerstags" und wirkt darauf hin, dass sich weitere Institutionen und Organisationen (z.B. Kirchen, Schulen, Universitäten, Firmen) dem Konzept anschließen. 6. Die Stadt Nürnberg benennt einen konkreten Ansprechpartner in der Verwaltung zur Umsetzung des "Vegetarischen Donnerstag". Thomas Schrollinger Stadtrat der ÖDP