Zur Hauptnavigation springenZum Hauptinhalt springen

Priorität für Erdkabel beim Ausbau der Stromnetze im Stadtgebiet Nürnberg

Im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau einer 110-kV-Freileitung von Falkenheim in Richtung Hafen wurde u.a. auch die Variante einer Erdverkabelung diskutiert. Im Schreiben der N-ERGIE vom 27.09.2010 wurde diese Option eher vernachlässigt, da die "Eingriffe (Press- und Zielgrube) in die dort vorhandenen Naherholungs- und Landschaftsschutzgebiete zu erheblich" seien. Mit der sog. "Horizontalspülbohrtechnik" (HDD) scheint es allerdings ein Verfahren zu geben, das auch unter Naturschutz-, Landschaftsschutz- und Vogelschutzgebieten und anderen Naturräumen häufig zur Anwendung kommt. Die Arbeitszeiten für das Bohren sind deutlich geringer, als gemeinhin angenommen wird. Die Ausführung eines Freileitungsbaus geht in der Regel nicht schneller als die Bohrtechnik. Auch die Bauraumbeanspruchung ist bei HDD weit geringer als bei der Verlegung von Freileitungen. Grabenlos verlegte Leitungen stellen auch keinerlei Landschaftsbeeinträchtigungen für Flora und Fauna dar. Die wenigen Start- und Zielgruben können leicht wieder zurückgebaut werden, zumal der vorübergehende Aufstellplatz für eine Bohranlage samt Pressgrube nicht größer ist als der eines Freileitungsmastes. Die Erdverkabelung hat gegenüber der Freileitung zahlreiche Vorteile: - Erdkabel sind sicher gegen Sturm und Feuer und geben der Landschaft ihren natürlichen Charakter zurück. - Freileitungen treffen in der Nähe von Wohngebieten und ökologisch wertvollen Bereichen in der Bevölkerung und bei Umweltverbänden auf geringe Akzeptanz. - Bei Freileitungen ist die Verlustwärme zwei- bis viermal so groß wie beim Erdkabel. Deshalb haben Erdkabel gegenüber der Freileitung eine günstigere CO²-Bilanz. - Jede weitere Freileitung erhöht den Elektrosmog und belastet damit zusätzlich die Umwelt. - Bei Freileitungen ist das Risiko des Vogelschlags sehr hoch. - Erdkabel weisen kein äußeres elektrisches Feld auf. Wegen des geringen Phasenabstandes fällt das Magnetfeld der Kabel mit zunehmendem Abstand sehr viel rascher ab als bei der Freileitung und liegt z.B. in einem seitlichen Abstand von 10m schon weit unter 1 µT. - Bei Freileitungen ist jeweils ein Schutzstreifen von mehreren 10 m Breite von Bebauung und hohem Bewuchs freizuhalten. Bei Erdverkabelung ist lediglich ein Schutzstreifen von ca. 8 m Breite von Bebauung und tiefwurzelnden Pflanzen freizuhalten. - Freileitungen senken in ihrer unmittelbaren Umgebung den Verkehrswert von Immobilien. Bei der Verlegung von Freileitungen sind die Eingriffe in Wald und Flur für den vorgesehenen Schutzstreifen erheblich. Wo es geht, sollte dies nach Möglichkeit immer vermieden werden. Deshalb stelle ich für die Ökologisch-Demokratische Partei (ÖDP) folgenden ANTRAG: 1. Bei den Planungen für die Errichtung einer 110-kV-Leitung von Falkenheim in Richtung Hafen wird die Option einer (teilweise) Erdverkabelung gegenüber einer Freileitung insbesondere unter den Aspekten der Umweltverträglichkeit und des Naturschutzes geprüft. 2. Die Verwaltung setzt sich bei künftigen Neuverlegungen von 110-kV-Leitungen dafür ein, dass nach Möglichkeit Erdverkabelung vorgesehen werden. Thomas Schrollinger Stadtrat der ÖDP