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Maßnahmen bei einem Atomunfall in Deutschland

Nach den schweren Reaktorkatastrophen in Japan fragen auch Nürnberger Bürgerinnen und Bürger nach den geplanten Schutz- und Vorsorgemaßnahmen für den Fall einer höheren Strahlenbelastung in Deutschland. Auch in unserer Nähe muss jederzeit mit einem Super-GAU, dem größtmöglichen anzunehmenden Unfall in einem Atomkraftwerk, gerechnet werden. Die Atomunfälle in Japan zeigen, dass selbst bei höchsten technischen Sicherheitsstandards ein Restrisiko bestehen bleibt. Es ist unmöglich, die Bevölkerung vor den gesundheitlichen Auswirkungen eines Super-Gaus ausreichend zu schützen. Trotzdem muss man Maßnahmen für einen Minimalschutz treffen. Die Jodprophylaxe zum Schutz vor der gefährlichen Anreicherung von radioaktivem Jod 131 in der Schilddrüse, durch das Schilddrüsenkrebs verursacht wird, gehört dazu - ebenso wie Information über vernünftiges Verhalten. Um den Schutz vor radioaktivem Jod zu erreichen, ist es zum gegebenen Zeitpunkt notwendig, die Jodtabletten einzunehmen, bevor das radioaktive Jod eingeatmet wird. Damit die Jod-Tabletten rechtzeitig zur Verfügung stehen, und damit man sich beim Anstehen bei den offiziellen Ausgabestellen nicht einer weiteren radioaktiven Strahlung aussetzt, ist es sinnvoll, dafür zu sorgen, dass die Tabletten in allen Haushalten für alle Altersstufen ständig vorrätig sind. Diese Versorgung der Bevölkerung ist auch außerhalb eines Umkreises von 25 km um deutsche Atomkraftwerke, in dem amtlicherseits Jodtabletten vorgehalten werden, notwendig. "Die Entfernungsbegrenzung zum Kraftwerk für die Vorhaltung der Jodtabletten geht an den tatsächlichen Erfordernissen völlig vorbei. Denn auch in zweihundert Kilometer Entfernung zu Tschernobyl sind die Schilddrüsenkrebsfälle bei Erwachsenen mehrfach angestiegen, wird von Prof. Dr. med. Dr. h.c. Edmund Lengfelder e.a. in dem Artikel "Aus der Tschernobyl-Katastrophe lernen" festgestellt. (Fortschritte der Medizin, Nr. 16, 2000). Der einzig wirksame Schutz vor einem kerntechnischen Unfall wäre aber der schnellstmögliche Ausstieg aus dieser nicht zu verantwortenden Technologie. Dennoch sollte die Bevölkerung umfassend über entsprechende Maßnahmen im Ernstfall informiert werden. Deshalb stelle ich für die ÖDP folgenden ANTRAG 1. Die Verwaltung berichtet über folgende Fragen: A) Welche Sofort-Maßnahmen werden bei einem Super-Gau, z.B. in Grafenrheinfeld, seitens der Stadt Nürnberg getroffen? B) Liegen Evakuierungspläne vor? Wenn ja, wo können diese eingesehen werden und wie soll die Bevölkerung informiert werden? C) Für einen Umkreis von 25 km um Kernkraftwerke werden Jobtabletten in den entsprechenden Gemeinden vorgehalten. Die Jodprophylaxe zum Schutz vor der gefährlichen Anreicherung von radioaktivem Jod 131 in der Schilddrüse, durch das Schilddrüsenkrebs verursacht wird, werden in einem solchen Krisenfall ausgegeben. Gibt es in Nürnberg trotzdem entsprechende Abgabestellen? Wenn ja, wo befinden sich diese? 2. Der Stadtrat beschließt, A) dass alle Haushalte mit Jodtabletten versorgt werden, damit diese nicht erst in Ausgabestellen abgeholt werden müssen, falls sich in einem Atomkraftwerk ein Super-GAU ereignet. B) dass an alle Haushalte ein Faltblatt mit Hinweisen für richtiges Verhalten im Ernstfall verteilt wird. Thomas Schrollinger Stadtrat der ÖDP