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Mahnmal zur Erinnerung an "Verbrechen an Mensch und Kultur"

In der Diskussion um eine Gedenkstätte zur Bücherverbrennung auf dem Nürnberger Hauptmarkt sollte das schreckliche Judenpogrom im 14. Jahrhundert nicht vergessen werden. Sicherlich ist der frevlerische Akt der Bücherverbrennung im Nationalsozialismus ein guter Grund, um mit einem Mahnmal auf dem Hauptmarkt daran zu erinnern. In tragischer Weise hatte sich ja die alte Weisheit bewahrheitet: Wo Bücher brennen, bren-nen später auch Menschen. Leider ist der Hauptmarkt historisch gesehen aber auch das Ergebnis einer schrecklichen Judenverfolgung im 14. Jahrhundert: Unter dem Pogrom von Kaiser Karl IV. kam es 1349 zur Eliminierung des gesamten Nürnberger Judenviertels, bei dem fast 600 Menschen getötet wurden.
Die Form des Tabernakels in der Frauenkirche - eine angedeutete Tora-Rolle -  erinnert heute noch an die damaligen Stadtteilbewohner. Das ehemalige jüdische Ghetto befand sich damals auf dem Areal, wo sich heu-te die beiden Altstadt-Plätze Haupt- und Obstmarkt erstrecken.
Ein Mahnmal zwischen den beiden Plätzen (nördlich der Frauenkirche) könnte zum einen als ´Scharnier´ auf das ehemals miteinander verbundene Areal hinweisen. Zum anderen wäre auch die für Großveranstaltungen und Märkte wichtige Freifläche auf dem Hauptmarkt nicht beeinträchtigt

Sowohl die Schreckenstaten der jüngeren als auch die in der älteren Geschichte dieses Ortes dürfen nicht in Vergessenheit geraten.

Deshalb stelle ich zur Behandlung im Stadtrat folgenden

ANTRAG:

1.    Bei der Neukonzipierung von Haupt- und Obstmarkt wird ein Mahnmal berücksichtigt, das an beschä-mende Verbrechen an Mensch und Kultur an diesem Ort der Stadt erinnert.

2.    Für die künstlerische Gestaltung des Mahnmals wird ein eigener Wettbewerb ausgeschrieben.

3.    Die Verwaltung prüft einen geeigneten Standort am Obstmarkt in Sichtweite zum Hauptmarkt (evtl. nördlich der Frauenkirche).


Thomas Schrollinger
Stadtrat der ÖDP