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"Delfin-Lagune" im Tiergarten Nürnberg

Die "Delfin-Lagune" im Tiergarten Nürnberg besteht seit über 3 Monaten und es ist davon auszugehen, dass die Anfangsphase - insbesondere die Eingewöhnung der Tiere - inzwischen abgeschlossen ist. Viele Tiergartenbesucher haben die neue Außenanlage sowie das Tropen- und das Manati-Haus besucht und regionale und überregionale Medien haben mehrfach über die "Delfin-Lagune" berichtet. Pressemeldungen und Beobachtungen von Besuchern haben jedoch auch einige Fragen aufgeworfen. 1. Finanzierung: Bei der Beschlussfassung für den Bau des Lagune-Projektes wurde eine Kosten-Obergrenze von 24 Millionen Euro festgelegt. Zwischenzeitlich hat sich jedoch herausgestellt, dass die Kosten deutlich höher ausfallen. 2. Besucherzahlen: In der Nürnberger Presse und auf der Homepage des Tiergartens wird in mehreren Artikeln auf die Entwicklung der Besucherzahlen in 2011 eingegangen. Am 28. Juni wurde der 500.000ste Besucher begrüßt. An anderer Stelle wiederum ist von 530.166 Besuchern im 1.Halbjahr die Rede. Seit Eröffnung der Lagune hat der Tiergarten vor allem in den Sommerferien einen großen Besucherandrang erlebt und konnte am 29. September den 1.000.000sten Besucher begrüßen. Die vom Tiergarten veröffentlichten Zahlen lassen allerdings nicht nachvollziehen, wie sich dieses Ergebnis zusammensetzt: bis 28. Juni: 500.000 (oder im 1. Halbjahr 530.166?) im August: 241.000 im September: 132.500 bis 29.09.: 1.000.000 Aus dieser Aufstellung ergibt sich eine Differenz von 126.500 (bzw. 96.334) Besuchern. 3. Tierhaltung: In der neuen Außenanlage befinden sich vier Delfine. Nach Beobachtungen von Besuchern konnten sich die Delfine zeitweise nur in einzelnen Becken aufhalten, da die Durchgänge zwischen den Becken vor allem außerhalb der Präsentationszeiten verschlossen waren. 4. Delfine aus Soltau: Die beiden aus Soltau stammenden Delfine Arnie und Joker werden dauerhaft getrennt von den anderen Artgenossen im Delfinarium II gehalten. Nach Presseberichten, die sich auf Auskünfte des Tiergartens beziehen, lässt das Dominanzverhalten von Joker keine Vergesellschaftung zu. Geplant sind die Abgabe von Joker an ein anderes Delfinarium und der Versuch, Arnie in die bestehende Gruppe zu integrieren. Deshalb stelle ich zur Behandlung im Stadtrat folgende Anfrage: Zu 1: Finanzierung: Wodurch wurde diese Kostensteigerung verursacht? a) Wurden eingeplante Leistungen nicht in die bisherige Kostenrechnung einbezogen? b) Waren zusätzliche Baumaßnahmen oder andere Leistungen notwendig geworden und wenn ja, welche? c) Sind die Aufträge für den Einbau eines Beckenhubbodens und zusätzliche Leistungen bei der Heizungsinstallation bereits in den o.g. drei Mio. Euro enthalten und wenn nein, wie hoch sind diese Investitionen? d) Wie hoch sind die derzeitigen Gesamtkosten? e) Sind weitere Kostensteigerungen zu erwarten und wenn ja, wofür? f) Betreffen die Mehrkosten auch das Manati-Haus und wenn ja, werden diese vom Verein der Tiergartenfreunde übernommen? g) Wie werden die zusätzlichen Kosten finanziert? - über weitere Kredite, die der Tiergarten aus seinen Einnahmen zurückzahlen soll? - über Mittel aus dem städtischen Haushalt? Zu 2: Besucherzahl Ich bitte hierzu um eine nach Monaten geordnete Aufstellung der Besucherzahlen bis zum jetzigen Zeitpunkt. Zu 3: Tierhaltung Wie wird die Delfingruppe in der Außenanlage gehalten? a) Können alle Delfine auch zukünftig die gesamte Beckenanlage nutzen? b) Aus welchen Gründen werden die Durchgänge zwischen den Becken geschlossen? c) Können die Delfine selbstständig Innen- und Außenanlage aufsuchen? d) Werden die vier Tiere als Gruppe gehalten ? e) Welche Funktion haben die Elektroabsperrungen im Bereich der Beckenanlage? Zu 4: Delfine aus Soltau: a) Aus welchen Gründen werden diese beiden Delfine nicht in die Außenanlage - zumindest in ein Becken - gelassen? b) Ist bereits entschieden, in welches Delfinarium Joker abgegeben werden soll? Wenn ja, in welches und liegt ein Abgabe-Zeitpunkt fest? Wenn nein, mit welchen Delfinarien wird über eine Übernahme des Tieres verhandelt? Mit freundlichen Grüßen Thomas Schrollinger ÖDP-Stadtrat