Pressemitteilung
Bürgerentscheid zum Frankenschnellweg am 28. Juni
Kornburg, Nürnberg - Bürgerschaft entscheidet über ein Verkehrsprojekt aus dem letzten Jahrhundert: In vielen Städten Europas hat man, zuerst eher heimlich, aber inzwischen zunehmend offiziell, begonnen, den Automobilverkehr zurückzudrängen. Das ging immer mit großen Kämpfen einher, denn über Jahrzehnte war die autogerechte Stadt das Ziel der Stadtplaner.
Hans Anschütz, ÖDP Kornburg
Fast alles wurde an den Autos ausgerichtet und immer mehr Flächen dafür verwendet. Ein Umdenken fiel schwer, obwohl man die vielen Nachteile erkannte.
Doch die Städte, die den Autos die Vorfahrt genommen haben (z.B. Wien, Oslo, Kopenhagen, Madrid, Ljubljana, Freiburg u.v.m.), haben schnell profitiert. Innerhalb kürzester Zeit erkannte man die verbesserte Lebensqualität, und nur noch eine Minderheit der Bevölkerung dort will in die autogerechte Stadt zurück.
Zuletzt war das sehr gut in Paris zu beobachten. Dort wurden in den Jahren seit 2014 viele mehrspurige Fahrbahnen komplett oder teilweise umgewidmet für Fußgänger, Radfahrer und den ÖPNV. Der Parkraum wurde massiv verteuert. Die eindeutige Mehrheit hat jetzt bei der letzten Wahl im März 2026 diesen Kurs bestätigt.
In Nürnberg wurde über Jahrzehnte auf beiden Seiten mit harten Bandagen für und gegen den geplanten Tunnel für den Frankenschnellweg gekämpft. Jetzt darf die Bürgerschaft über den geplanten kreuzungsfreien Ausbau der Stadtautobahn entscheiden. Wer mit „Ja“ stimmt, der stimmt für den Stopp, wer mit „Nein“ stimmt, der ist für die Umsetzung der Planung.
Es gibt wie immer auch im vorliegenden Fall gute Gründe für und gegen eine Sache. Wir sollten auf die Städte schauen, die den Autos weniger Platz gegeben haben. Dort freut man sich inzwischen mehrheitlich darüber und will nicht mehr zurück in die Vergangenheit. Warum wollen wir uns diese Freude nicht auch gönnen?
Deshalb empfehle ich, im Zweifelsfall das Erfahrungswissen anderer Städte zu nutzen und „Ja“ zum Stopp zu sagen. Ein „Nein“ nutzt fast ausschließlich Autofahrern, bedeutet massive Kosten für den Steuerzahler und mindert die Lebensqualität in Nürnberg schon während der langjährigen Bauzeit, aber auch darüber hinaus.
Von: Hans Anschütz (1. Vorsitzender ÖDP OV Kornburg), Mittwoch, 17. Juni 2026 - Aktualisiert am Donnerstag, 18. Juni 2026
