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Verzicht auf Tropenholz

Verzicht auf Tropenholz Im Umweltausschuss wurden wir in der Sitzung vom 22.04.2009 darüber informiert, dass das FSC-zertifizierte Holz garantiert aus einem verantwortungsvoll bewirtschafteten Forstbetrieb stamme. Mittlerweile gibt es aber deutliche Hinweise dafür, dass einige Holzlieferanten das FSC-Siegel tragen, obwohl es sich nachweislich nicht um Holz aus nachhaltiger Bewirtschaftung in Tropenwäldern handelt. Die Umweltorganisation Robin Wood e.V. kündigte bekanntlich sogar die Mitgliedschaft bei FSC International, weil zahlreiche industrielle Monokulturen in Ländern der Südhalbkugel - z.B. Brasilien, Uruguay und Südafrika - das FSC-Siegel hätten, obwohl dies mit ökologischen und sozialen Grundsätzen nicht vereinbar wäre (vgl. www.fsc-watch.org). Sollte das auch für die Sapeli-Hölzer der Danza-Gruppe gelten, können wir uns auf diese Geschäfte nicht einlassen. Wer die politischen Strukturen der Regierung in der Republik Kongo-Brazzaville kennt, weiß dass die Regierung höchstwahrscheinlich nicht in der Lage ist zu gewährleisten, dass die Hölzer wirklich "zertifiziert" sind. Die zertifizierten Holzfirmen in Kamerun und der Republik Kongo sind für ihre seit Jahrzehnten gravierenden Rodungen bekannt. Zum Teil verfügen die Firmen über Holzkonzessionen von der Größe der Bundesländer Mecklenburg-Vorpommern und Saarland. Wilderei und Landkonflikte mit der angestammten Bevölkerung verschärfen die Problematik. Das zunächst glaubwürdige Zeugnis darf nicht zum Feigenblatt für ein unverantwortliches und zerstörerisches Abholzen des für die gesamte Menschheit so wertvollen Urwaldes werden! Als eines der wenigen Schutzsiegel für den Regenwald, muss alles dafür getan werden, dass es auch glaubwürdig und seriös bleibt. Gerade deshalb ist es sinnvoll, dort, wo berechtigte Zweifel und Fahrlässigkeiten auftreten, den nötigen Druck aufzubauen, um die betroffenen Firmen zum Einlenken zu bringen. Der Verzicht auf einen in Aussicht gestellten Auftrag kann dafür das geeignete Mittel sein. Wir müssen verhindern, dass sich die Stadt Nürnberg mit dem Einkauf von "geschöntem" Tropenholz zum Komplizen dafür macht, dass die Artenvielfalt vermindert und sowohl Böden, die Wasser- und Klimabilanz als auch die Bevölkerung Schaden nehmen. Unsere Sparmaßnahmen dürfen nicht auf Kosten von Mensch und Natur gehen. In zahlreichen deutschen Großstädten werden gerade mit einheimischen Hölzern beste Erfahrungen gemacht. Die verwendeten Eichen- und Lärchenhölzer haben erfahrungsgemäß eine Haltbarkeit von etwa 15 Jahren. Selbst im Regierungsviertel stehen die unbehandelten Eichenbänke schon acht Jahre und sind längst noch nicht marode. In Berlin sind Tropenhölzer seit 20 Jahren verboten. Zur Behandlung im Stadtrat stelle ich folgenden Antrag: 1. Die in einer Testphase geplante Aufstellung von Parkbänken mit Sapeliholzbänken wird beendet. 2. Die Verwaltung sucht nach ökologisch und sozial verantwortbaren Alternativen mit einheimischen Hölzern 3. Die Verwaltung drängt alle Subunternehmer der Stadt Nürnberg auf den Verzicht von Tropenholz und den Einsatz heimischer Hölzer. Thomas Schrollinger Stadtrat der ÖDP