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Konzertsaal im Innenhof der Kongresshalle

Sehr zum Bedauern der Nürnberger Künstler und vieler weiterer Kulturinteressierter wurde der Bau des Konzerthauses aus Kostengründen vorübergehend auf Eis gelegt. Schon vor Bekanntgabe der hohen finanziellen Belastung, die auf die Stadt Nürnberg zugekommen wäre, gab es großen Widerstand gegen den geplanten Standort an der Meistersingerhalle, weil 61 zum Teil sehr alte Bäume hätten gefällt werden müssen. Bei einem Vororttermin unter anderen mit Herrn Robert Vogel (Bauherrenvertreter für die Kulturgroßbauprojekte der Stadt Nürnberg) am 19. Oktober 2020 lernten einige ÖDP-Aktive, dass das größte Problem bei der Standortsuche für einen Konzertsaal die Lösung des Problems „Parkraum“ darstellt. An jedem Ort mit naher Wohnbebauung muss die Nachtruhe der Anwohner geschützt werden und es geht nicht, dass nach 22:00 Uhr noch 500 PKW losfahren. Auch über den bestehenden Parkplatz östlich der großen Meistersingerhalle ärgern sich immer wieder die Anwohner. Er wäre in dieser Form heute nicht mehr genehmigungsfähig, aber da er nun schon seit den sechziger Jahren so ist wie er ist, genießt er Bestandsschutz. Wahrscheinlich ist das der Hauptgrund dafür, warum der neue Konzertsaal westlich der Meistersingerhalle gebaut werden sollte, und nicht dort, wo sich dieser Parkplatz befindet. Den Anwohnern wird die spätabendliche Lärmbelastung einfach weiterhin zugemutet und die Bäume fallen dieser Logik zum Opfer. Die durch den Aufschub des Projektes Konzertsaal gewonnene Zeit sollte genutzt werden, doch nochmal nach alternativen, klimagerechten Standorten zu suchen.  

Nutzte man nun den Innenhof der Kongresshalle als Standort für einen Konzertsaal, so hätte das folgende Vorteile:

  1. Es müssen keine Bäume gefällt werden.
  2. Gute Erschließung mit ÖPNV bereits vorhanden.
  3. Im Bereich der Straßenbahn-Endstation können bequem Sonderzüge auf das Ende von Konzerten warten.
  4. Es stehen reichlich Parkplätze zur Verfügung, die keine Anwohner stören: am Dokuzentrum nordöstlich der Kongresshalle, meistens auf dem Volksfestgelände und immer auch an der Großen Straße.
  5. Es wird keine Fläche neu versiegelt.
  6. Der Torso der Kongresshalle bildet eine Schallbarriere nach innen und außen.
  7. Der große Dutzendteich bietet den Konzertbesuchern ein angemessenes Ambiente.

Einziger Nachteil: die moderne Architektur wird nicht/kaum gesehen.

Daher stellen wir folgenden Antrag:

  • Die Stadtverwaltung prüft, inwiefern der Innenhof der Kongresshalle als Standort für einen Konzertsaal geeignet ist.
  • Die Stadtverwaltung tritt mit der Architekturfakultät der Technischen Hochschule Nürnberg in Kontakt. Die Studierenden bekommen das Angebot, Konzepte zu erstellen, die einen Gegenpol zur ursprünglichen Absicht aus der NS-Zeit darstellen können, ähnlich wie das beim Dokuzentrum gelungen ist.
  • Die Stadtverwaltung prüft, ob ein Konzertsaal mit hervorragender Akustik unter Deckelung des Budgets auf 100 Millionen Euro darstellbar ist.

Inga Hager, Stadträtin der ÖDP   
Jan Gehrke, Stadtrat der ÖDP


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