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Ein Konto wird langsam leer

Kornburg - Ein Jahresrückblick 2020 und der Ausblick auf die Herausforderungen vor uns

Das Jahr 2020 sollte uns einige Demut lehren. Wir können nicht so weitermachen, wie wir es gewohnt sind. Unsere Mobilität und der enorme Austausch an Gütern zwischen den Kontinenten bergen auch Gefahren. Zum ersten Mal seit langem sind wir nicht nur die großen Gewinner auf der Welt, sondern erfahren auch die Schattenseiten. Diese Schattenseiten haben wir bisher sehr erfolgreich in andere Länder verlagert.

Was wäre jetzt angebracht? Wirklich eine schnelle Rückkehr zum Wachstum? Wenn das stimmt was uns die Wissenschaft seit 30 Jahren versucht beizubringen, dann ist das Problem Corona eher eine kleines im Vergleich zu dem was uns unser Lebensstil sonst noch einbrocken wird.

Wir heben von unserem „Konto“ jeden Monat dreimal mehr ab, als eingezahlt wird. Wir wissen nur leider den Kontostand nicht und damit auch nicht, wie lange das Abheben noch gutgeht. Die Einwohner in Deutschland verbrauchen nämlich etwa dreimal so viel Energie, Rohstoffe, Wasser und Böden wie uns zusteht. Wir erleben in gesamt Mitteleuropa die Zerstörung unserer Wälder. Wir rotten mehr Tier- und Pflanzenarten aus, als es jede Naturkatastrophe zuvor geschafft hat. Der Umstieg auf eine nachhaltige Wirtschaft ist überfällig. Und nachhaltig bedeutet auf keinen Fall Autos mit Verbrennungsmotoren durch Autos mit Elektromotoren zu ersetzen. Ein E-Auto mit mehr als zwei Tonnen Gewicht kann auf absehbare Zeit nicht nachhaltig sein. Diese Fahrzeuge sind Musterbeispiele für Greenwashing: sie erzeugen für die Herstellung riesige Schäden in anderen Ländern und sind im Betrieb ebenfalls eine Katastrophe. Längst überfällig ist ein sparsamer Umgang mit Energie und Rohstoffen.

Wo liegt unsere Hoffnung angesichts der Herausforderungen? Wir haben eine solide Wissenschaft und wir haben mit der Marktwirtschaft ein Wirtschaftssystem, das trotz aller Mängel die Weichen in die richtige Richtung stellen kann. Die Richtung muss heißen, den Naturverbrauch radikal einzuschränken und Kreisläufe zu etablieren. Die Produzenten von Gütern müssen auch dafür zuständig sein, dass die produzierten Güter wieder abgebaut und ohne Schäden in die Natur zurückgehen können.

Im Augenblick setzt man aber immer mehr unsere bewährte Marktwirtschaft außer Kraft. Die Politik versucht Technologien vorzuschreiben anstatt die Ziele vorzugeben und der Kreativität des Menschen Platz zu schaffen. Unser Umgang mit der Klimakrise erinnert eher an eine Planwirtschaft und die war nachweislich immer schlecht.

Es wird radikale Umstellungen geben, das sollte uns klar sein. Im Moment haben wir vielleicht noch eine Chance, diese Umstellungen mitzubestimmen. Doch dazu braucht es Mut und Demut.

Diesen Mut und ein wenig Demut wünsche ich uns allen.

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