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Vorbild und Verunsicherung

In diesen Februartagen jährt sich zum 70. Mal die Aufdeckung der Widerstandsbewegung „Weiße Rose“. Unmittelbar danach beging das Regime die staatlichen Morde an den Studenten Hans und Sophie Scholl, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und an Prof. Kurt Huber. Unterschiedliche Erkenntnisquellen erschlossen diesen Menschen die gleiche Erkenntnis: Schweigen und innerliche Distanz genügen nicht mehr; es muss aktiver Widerstand geleistet werden. Die überwältigende Mehrheit verschloss sich den aufrüttelnden Gedanken, die in den Flugblättern der „Weißen Rose“ zu lesen waren. Ich fühle mich verunsichert, weil ich nicht weiß, auf welcher Seite ich gestanden hätte, wenn ich 25 Jahre früher zur Welt gekommen wäre: Wäre ich Mit-Läufer, gar Mit-Täter geworden? Hätte es nur zur schweigenden inneren Emigration gereicht? Was wäre mit mir geschehen, wenn ich ein solches Flugblatt in die Hände bekommen hätte? Alle diese Prüfungen wurden mir erspart. Ich wurde in gute, rechtsstaatlich-demokratische Zeiten hineingeboren. Niemand riskiert in unserer grundgesetzlichen Ordnung für ein deutliches Wort, für Kritik und für oppositionelle Haltungen Leib und Leben. Das Gedenken an die Menschen des Widerstandes verpflichtet uns zu einer aktiv-politischen Haltung.


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